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Notes

table of contents
  1. Book Cover
  2. Title Page
  3. Editorial
  4. Glossar

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Akademisches Selbstkonzept:Das akademische Selbstkonzept bezeichnet das subjektive Bild beziehungsweise die subjektive Einschätzung der eigenen schulischen Fähigkeiten durch die Schülerinnen und Schüler selbst. Das akademische oder auch schulische Selbstkonzept ist von hoher praktischer Relevanz, da es in Zusammenhang mit Schulleistung, Anstrengung und Motivation steht (Arens, 2017; Dickhäuser, 2006).
Anamnese:Erfassung der Vorgeschichte einer Krankheit beziehungsweise eines Störungsbildes sowie der kindlichen Entwicklung.
Arbeitsgedächtnis:Als Teil des Gedächtnisses erlaubt uns das Arbeitsgedächtnis Informationen vorübergehend zu speichern und zu manipulieren.
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS):ADHS ist eine in der Kindheit beginnende Störung des Verhaltens und emotionalen Erlebens. Die Störung äußert sich durch Probleme mit der Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Impulskontrolle und je nach Ausprägung auch körperliche Unruhe (Döpfner et al., 2013).
Ausschlusskriterien:Um eine Lernstörung diagnostizieren zu können, müssen manchmal andere Erklärungen für die wahrgenommenen Lernschwierigkeiten oder Verhaltensweisen ausgeschlossen werden. Diese Erklärungen, wie beispielsweise Seh- oder Hörstörungen, können ähnliche Symptome wie eine Lernstörung hervorrufen, bedürfen aber eine andere Form der Behandlung und zudem ist bei richtiger Korrektur ein Verschwinden der Symptome zu erwarten.
Benennungsgeschwindigkeit:Die Benennungsgeschwindigkeit betrifft die Zeit die gebraucht wird, um eine Folge visuell präsentierter Reize (z. B. Zahlen, Buchstaben, Farben) zu identifizieren und zu benennen.
Buchstaben(gruppe)-Laut-Zuordnung (auch Graphem-Phonem-Zuordnung oder Graphem-Phonem-Korrespondenz):Die Buchstaben(gruppe)-Laut-Zuordnung beschreibt den Zusammenhang zwischen geschriebenen Buchstaben(gruppen)/Graphemen und gesprochenen Lauten/Phonemen.
Commission d´inclusion (CI):Die Commission d´inclusion entscheidet über angemessene Diagnostik und Unterstützung für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die CI besteht in der Regel aus folgenden Personen: einer stellvertretenden Direktorin oder einem stellvertretenden Direktor (diese Person agiert als Präsidentin oder Präsident), einer Lehrperson (diese agiert als Sekretärin oder Sekretär), drei Mitgliedern der ansässigen ESEB, einer Vertreterin oder einem Vertreter des Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse (MENJE) sowie einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter des Centre de Logopédie. Des Weiteren können Fachkräfte aus dem (sozial-)medizinischen Bereich (d. h. Fachmedizin, Pädiatrie, Sozialarbeit) an der CI-Sitzung teilnehmen (s. a. Journal Officiel du Grand-Duché de Luxembourg, Mémorial A, N° 617 du 5 juillet 2017).
Commission nationale d´inclusion (CNI):Die Commission nationale d´inclusion trifft Entscheidungen über die Notwendigkeit einer spezialisierten Diagnostik und gezielten (ambulanten) Unterstützung oder Anpassungen für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die CNI setzt sich aus Repräsentantinnen und Repräsentanten des Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse, des Ministère de la Santé und des Ministère de la Famille, de l’Intégration et à la Grande Région en charge de la politique pour personnes handicapées zusammen. Weiterhin können auf Anfrage zusätzlich folgende Personen vertreten sein: Repräsentantinnen und Repräsentanten des Office national de l’enfance, der Centres de compétences und des zuständigen Elternrats, die Direktorin oder der Direktor eines Centre de compétences, das dazugehörige Diagnostikpersonal sowie Fachkräfte aus dem psychologischen, sozialen oder fachmedizinischen Bereich (Pädiatrie, Kinderpsychiatrie) (s. a. Journal Officiel du Grand-Duché de Luxembourg, Mémorial A, N° 72 du 23 février 2019).
Differenzialdiagnose (auch Differentialdiagnose):Mit Differenzialdiagnose ist die Abgrenzung eines oder mehrerer Störungsbilder mit ähnlichen Symptomen voneinander gemeint. Beispielsweise muss geprüft werden, ob es bestimmte (organische) Ursachen gibt, die den Symptomen zugrunde liegen oder ob neben einer Störung noch eine zusätzliche (möglicherweise ebenfalls behandlungsbedürfte) Störung vorliegt (s. a. komorbide Störung).
Diskrepanzkriterium:Im Zusammenhang mit Lernstörungen bezeichnet das Diskrepanzkriterium die Abweichung der Teilleistung eines Kindes von einer Vergleichskenngröße.
DSM-5:DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, englisch für Diagnostischer und statistischer Leitfaden psychischer Störungen) entspricht der fünften Auflage eines internationalen Klassifikationssystems zur Einordnung psychischer Erkrankungen.
Épreuves standardisées (ÉpStan):Die ÉpStan sind luxemburgische Kompetenztests desLuxembourg Centre for Educational Testing (LUCET), welche standardisiert das Kompetenzniveau der Schülerinnen und Schüler (u. a. im Zyklus 2.1, 3.1 und 4.1) des luxemburgischen Schulsystems messen (LUCET, o. D.).
Équipe pédagogique (EP):Die EP besteht aus Lehrpersonal und (diplomierten) Erzieherinnen und Erzieher, die innerhalb einer Schule für einen bestimmten Zyklus die Verantwortung tragen (s. a. Journal Officiel du Grand-Duché de Luxembourg, Mémorial A, N° 20 du 16 février 2009).
Exekutive Funktionen:Kognitive Fähigkeiten, welche das Denken und Handeln steuern (Inhibition, kognitive Flexibilität, Arbeitsgedächtnis) bezeichnet man als exekutive Funktionen.
Fähigkeiten:Es handelt sich um die Gesamtheit der zur Ausführung einer bestimmten Leistung erforderlichen personalen Bedingungen.
Fertigkeiten:Erworbene spezifische Strukturen für die Steuerung bestimmter Handlungen, die dann weitgehend automatisch vollzogen werden können (Wirtz et al., 2020).
g-Faktor:Allgemeiner Faktor der Intelligenz. Der g-Faktor beruht auf der statistischen Beobachtung, dass der Leistung bei Intelligenztests (u. a.) ein allgemeiner Faktor zugrunde zu liegen scheint.
ICD-10:ICD-10 entspricht der zehnten Auflage der International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD; englisch für Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Hierbei handelt es sich um das gängigste Klassifikationssystem in der Medizin.
Informationsverarbeitung:Prozesse, die den Zusammenhang zwischen der Informationssuche (Wahrnehmung), der Informationsselektion, dem Gedächtnis sowie Denken und Handeln betreffen (z. B. beim Lösen von Problemen oder Entscheidungen).
Intelligenz:Intelligenz ist eine globale kognitive Fähigkeit, zielgerichtet zu handeln. Sie umfasst Denken, Verstehen, Planen, Erfahrungslernen und Problemlösen, was einen effizienten Umgang mit und eine Anpassung an die Umwelt ermöglicht (Gottfredson, 1997).
Intelligenzquotient (IQ):Der IQ stellt ein Score dar, der es ermöglicht, die Leistung einer Person bei einem Intelligenztest mit den Leistungen anderer Individuen mit ähnlichen Charakteristiken (z. B. Alter, Geschlecht,…) zu vergleichen (Berk et al., 2011).
Interdisziplinäre Zusammenarbeit:Interdisziplinäre Zusammenarbeit integriert das Wissen und die Perspektiven verschiedener Fachgebiete, um Themen ganzheitlich zu betrachten. Interdisziplinäres Arbeiten erfordert Kooperation und Zusammenarbeit auf allen Ebenen und allen Beteiligten (Watkins, 2007).
Kardinalität:Die Kardinalität spiegelt die Beziehung zwischen der Maßeinheit und der Menge wider. Durch das Verknüpfen von Zahl (Wort oder Ziffer) und Menge bekommt das Symbol (Zahlenwort oder Ziffer) seinen Wert.
Komorbide Störung:Als komorbide Störung wird eine Störung bezeichnet, welche zusätzlich zu einer anderen Störung vorliegt. Hierbei wird in primär und sekundär komorbid unterschieden. Während primär komorbide Störungen nebeneinander existieren und oftmals gleichermaßen behandlungsbedürftig sind, liegt bei einer sekundär komorbiden Störung eine kausale Bedingung zwischen den Störungen vor, das heißt, dass eine Störung aus einer anderen resultieren kann (Rosenecker & Schmidt, 2008).
Lese-Rechtschreibschwäche:In Klassifikationssystemen (ICD-10 oder DSM-5) werden Kinder mit einer Lese-Rechtschreibschwäche von Kindern mit einer Lese- und Rechtschreibstörung abgegrenzt. Die Lese-Rechtschreibschwäche ist in der Regel nicht so stark ausgeprägt wie die Lese- und Rechtschreibstörung. Bei den meisten Schülerinnen und Schülern mit einer Lese-Rechtschreibschwäche können die Lernrückstände mithilfe von ausreichenden Hilfsmaßnahmen aufgeholt werden.
Lese-Rechtschreibschwierigkeit:Der Begriff „Lese-Rechtschreibschwierigkeit“ wird im Sprachgebrauch, unabhängig von der Ursache, als Sammelbegriff für unterdurchschnittliche Schriftsprachleistungen genutzt (Wirtz et al., 2020).
Lese- und Rechtschreibstörung (auch Dyslexie):Im ICD-10 wird die Lese- und Rechtschreibstörung folgendermaßen definiert: „Das Hauptmerkmal ist eine umschriebene und bedeutsame Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefertigkeiten, die nicht allein durch das Entwicklungsalter, Visusprobleme oder unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Leseverständnis, die Fähigkeit, gelesene Worte wiederzuerkennen, vorzulesen und Leistungen, für welche Lesefähigkeit nötig ist, können sämtlich betroffen sein. Bei umschriebenen Lesestörungen sind Rechtschreibstörungen häufig und persistieren oftmals bis in die Adoleszenz, auch wenn einige Fortschritte im Lesen gemacht werden“ (Dilling et al. 2019, S. 286f).
Motivation:Mit Motivation werden Prozesse beschrieben, die das Verhalten steuern, lenken und regulieren. Motivation bestimmt sowohl die Zielsetzung und -bewertung als auch die Richtung des Verhaltens und die Ausdauer, um Ziele zu verfolgen (Achtziger et al., 2020).
Normen:Normen repräsentieren die Verteilung, Häufigkeiten oder Durchschnittswerte für messbare psychologische Konstrukte, Verhaltensweisen oder Funktionen einer repräsentativen Gruppe der Bevölkerung. Normen können an Alter, Geschlecht und anderen Personenmerkmalen, die sich auf die Leistung und/oder Verhalten auswirken, angepasst werden und ermöglichen die Einordnung individueller Testergebnisse in ein Bezugssystem.
Mentales Lexikon (auch orthographischer Wortschatz):Verschiedene Schriftsprachmodelle gehen davon aus, dass beim Lesen häufig vorkommende Buchstaben(gruppe)-Laut-Korrespondenzen (oder umgekehrt beim Schreiben Laut-Buchstabengruppen-Korrespondenzen) unmittelbar aktiviert und in einem mentalen Lexikon abgerufen werden.
Pädagogische (Klassen-)Differenzierung:Bei der pädagogischen (Klassen-)Differenzierung handelt es sich um pädagogische und didaktische Maßnahmen zur Anpassung schulischer Lernangebote und Leistungsforderungen an die individuellen Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler.
Phonologische Bewusstheit:Die phonologische Bewusstheit ermöglicht die Identifizierung, Analyse, Synthese und Manipulation sprachlicher Einheiten wie Worte, Silben oder Einzellaute (Phoneme) (Mayer, 2013).
Phonologische Informationsverarbeitung:Die phonologische Informationsverarbeitung beschreibt den Prozess der Verbindung und des Verständnisses der gesprochenen und geschriebenen Sprache unter Verwendung phonologischer Informationen (d. h. die Laute einer Sprache).
Phonologisches Rekodieren:Das phonologische Rekodieren betrifft die Verarbeitung der Laute zu Buchstaben auf Grundlage der Laut- Buchstaben(gruppe)-Zuordnung (beim Schreiben).
Phonologische Vorläuferfertigkeiten:Phonologische Vorläuferfähigkeiten (einschließlich phonologisches Bewusstsein, phonologisches Arbeitsgedächtnis und Benennungsgeschwindigkeit) ermöglichen die Verwendung phonologischer Informationen beim Aufzeichnen, Verarbeiten, Abrufen und Speichern von gesprochener und geschriebener Sprache. Es betrifft hier Fertigkeiten, die Kinder bereits vor der systematischen Alphabetisierung entwickeln (Lenhard & Artelt, 2009).
Prävalenz:Die Prävalenz entspricht der Vorkommenshäufigkeit eines bestimmten Merkmals (z. B. einer bestimmten Lernstörung).
Psychomotorik:Die Psychomotorik bezeichnet ein ganzheitliches und entwicklungsorientiertes Therapiekonzept, welches Wahrnehmung und Bewegung unter Berücksichtigung psychischer Einflussfaktoren fördert (Fischer, 2019; Zimmer, 2012).
Rechenschwäche:In Klassifikationssystemen (ICD-10 oder DSM-5) werden Kinder mit einer Rechenschwäche von Kindern mit einer Rechenstörung abgegrenzt. Die Rechenschwäche ist in der Regel nicht so stark ausgeprägt wie die Rechenstörung. Bei den meisten Schülerinnen und Schülern mit einer Rechenschwäche können die Lernrückstände mithilfe von ausreichenden Hilfsmaßnahmen aufgeholt werden.
Rechenstörung (auch Dyskalkulie):Die Rechenstörung wird im ICD-10 folgendermaßen definiert: „Diese Störung besteht in einer umschriebenen Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die abstrakteren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie oder Differential- und Integralrechnung benötigt werden“ (Dilling et al., 2019, S. 290).
Schriftspracherwerb:Der Schriftspracherwerb bezeichnet den Prozess des Lesen- und Schreibenlernens, mit dem Ziel des sinnerfassenden Lesens und des Verfassens von Texten.
Schulangst:Schulangst ist ein breites Konzept, welches sich unterschiedlich äußern kann. So können beispielswiese Versagensängste, also das Gefühl den Leistungsanforderungen nicht genügen zu können, oder Ängste vor Ablehnung durch Lehrkräfte und/oder Klassenkameradinnen und -kameraden ursächlich sein. Kinder mit Schulangst können sowohl internalisierende Symptome wie depressive Verstimmungen als auch externalisierende Symptome wie aggressives Verhalten entwickeln und als Folge den Schulbesuch vermeiden (z. B. Petermann, 2020; Walter & Döpfner, 2020).
Sichtwortschatz:Der Sichtwortschatz bezeichnet die Wortlisten, die Schülerinnen und Schüler (bspw. im Deutschunterricht) lernen müssen. Werden diese Wörter regelmäßig geübt und immer wieder aufgeschrieben, fördert man schnelles Erkennen von ganzen Wortbildern.
Sozialverhalten:Das Sozialverhalten umfasst sämtliche Verhaltensweisen, die sich auf das Verhalten gegenüber Anderen oder als Reaktionen auf deren Verhalten beziehen (Becker-Carus, 2020).
Spezifische Sprachentwicklungsstörung (auch umschriebene Entwicklungsstörung des Sprechens und der Sprache):Die spezifische Sprachentwicklungsstörung wird im ICD-10 folgendermaßen definiert: „Es handelt sich um Störungen, bei denen die normalen Muster des Spracherwerbs von frühen Entwicklungsstadien an beeinträchtigt sind. Die Störungen können nicht direkt neurologischen Störungen oder Veränderungen des Sprachablaufs, sensorischen Beeinträchtigungen, Intelligenzminderung oder Umweltfaktoren zugeordnet werden. Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache ziehen oft sekundäre Folgen nach sich, wie Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben, Störungen im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen, im emotionalen und Verhaltensbereich“ (Dilling et al., 2019, S. 281).
Subjektives Wohlbefinden:Das subjektive Wohlbefinden meint unter anderem die von einer Person wahrgenommene Zufriedenheit mit dem Leben im Allgemeinen und in bestimmten Bereichen, wie beispielsweise in der Schule, im Speziellen. Auch die eigene (wahrgenommene) seelische Gesundheit, die eigenen Ressourcen sowie die wahrgenommene Lebensqualität sind in diesem Kontext wichtige Bereiche des subjektiven Wohlbefindens (Fritz-Schubert, 2017).
Symptom:Begleiterscheinung oder Verhaltensweisen, die auf eine Störung hinweisen.
Transfereffekte:Bei Transfereffekten handelt es sich um erlernte Fähigkeiten, die von Schülerinnen und Schülern in anderen Situationen angewendet oder auf andere Situationen angepasst werden können.
Umschriebene Entwicklungsstörung:Im ICD-10 werden umschriebene Entwicklungsstörungen folgendermaßen definiert: „In den meisten Fällen sind unter anderem die Sprache, die visuell-räumlichen Fertigkeiten und die Bewegungskoordination betroffen. In der Regel bestand die Verzögerung oder Schwäche vom frühestmöglichen Erkennungszeitpunkt an. Mit dem Älterwerden der Kinder vermindern sich die Störungen zunehmend, wenn auch geringere Defizite oft im Erwachsenenalter zurückbleiben“ (Dilling et al., 2019, S. 279). Gemäß ICD-10 zählen zu den Entwicklungsdimensionen auch schulische Fertigkeiten (Lesen, Schreiben und Rechnen).
Verlaufsdiagnostik:Anwendung von Verfahren zu verschiedenen Zeitpunkten bei Schülerinnen und Schülern mit dem Ziel, den Förderprozess und den Leistungsfortschritt im Laufe der Zeit zu messen (Wirtz et al., 2020).
Vorläuferfertigkeiten:Vorläuferfertigkeiten bezeichnen Basiskompetenzen, die Kinder bis zur Einschulung in die erste Klasse der Grundschule (d. h. Zyklus 2.1) in der Regel entwickelt haben. Dabei wird zwischen spezifischen und generellen Vorläuferfertigkeiten unterschieden. Im mathematischen Bereich beziehen sich diese zum Beispiel auf den Erwerb der verbalen Zahlwortreihe oder der Zählfertigkeiten. Im schriftsprachlichen Bereich spielen vor allem die phonologische Bewusstheit, das phonologische Arbeitsgedächtnis und die Benennungsgeschwindigkeit eine wichtige Rolle. Unspezifische Vorläuferfertigkeiten beziehen sich auf allgemein kognitive Fähigkeiten die das Lernen generell beeinflussen, wie zum Beispiel die Aufmerksamkeitsspanne oder die Arbeitsgedächtnisleistung, welche sich bei Kindern über die Grundschuljahre hinweg stark entwickelt.
Zählfertigkeiten:Zählfertigkeiten bezeichnen die Kenntnis der verbalen Zahlwortreihe (vorwärts und rückwärts) sowie effizientes Abzählen (z. B. Eins-zu-Eins-Zuordnung, Kardinalitätsverständnis), um eine Menge exakt zu ermitteln, Mengen zu vergleichen oder aufzuteilen. Zählfertigkeiten entwickeln sich über mehrere Jahre hinweg, sodass Kinder sich Zahlen, zuerst im Zahlenraum bis 10 und dann in größeren Zahlenräumen, auf einem mentalen Zahlenstrahl vorstellen und Nachbarzahlen gezielt ermitteln können.
Zahlensinn: In der Forschung wird zwischen non-symbolischem und symbolischem Zahlensinn unterschieden. Der non-symbolische Zahlensinn bezeichnet angeborene Fähigkeiten Mengen bis 3 oder 4 zu erkennen ohne abzuzählen (subitizing) sowie größere Mengen ungefähr einzuschätzen und zu vergleichen, wenn der Unterschied zwischen diesen Mengen groß genug ist (Dehaene, 1997). Der symbolische Zahlensinn bezeichnet vor allem konzeptuelle und prozedurale basisnumerische Fertigkeiten wie zum Beispiel die Kenntnis der Zahlwortreihe, Abzählstrategien, Verständnis von Ordinalität, Kardinalität und Zahlbeziehungen (Jordan et al. 2006).
Zyklus (Cycle):Das luxemburgische Grundschulsystem wird in vier Zyklen aufgeteilt. Jeder Zyklus dauert in der Regel zwei Jahre: Zyklus 1 gilt für Kinder von 4 bis 5 Jahren, Zyklus 2 für Kinder von 6 bis 7 Jahren, Zyklus 3 für Kinder von 8 bis 9 Jahren und Zyklus 4 für Kinder von 10 bis 11 Jahren. In Ausnahmefällen können Schülerinnen und Schüler einen Zyklus in einem Jahr absolvieren oder um ein Jahr verlängert bekommen, damit die Lernziele erreicht werden (MENJE, 2018).

Literaturverzeichnis

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  17. Journal Officiel du Grand-Duché de Luxembourg, Mémorial A, N° 72 du 23 février 2019. http://www.legilux.lu/eli/etat/leg/rgd/2019/02/08/a72/jo
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  22. Petermann, F. (2020). Schulangst—Dorsch Lexikon der Psychologie.Verlag Hans Huber. https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/schulangst
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  27. Watkins, A. (2007). Assessment in inclusive settings: An overview of policy and practice across Europe. European Agency for Development in Special Needs Education
  28. Wirtz, M. A., Dorsch, F., & Verlag Hans Huber. (2020). Dorsch—Lexikon der Psychologie.
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